Stahlverarbeiter nach vorn: „Wer nur Stahlproduzenten schützt, denkt viel zu kurz“

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Stahlverarbeiter nach vorn:  „Wer nur Stahlproduzenten schützt, denkt viel zu kurz“Düsseldorf/Hagen, 11. Juni 2026. 20 Prozent stehen im Rampenlicht, 80 Prozent sind Komparsen: Bei der Stahldemo der IG Metall in dieser Woche stürmen die Stahlproduzenten die Bühne – von den Stahlverarbeitern spricht kaum jemand. Dabei sind sie die wahren Protagonisten: Sie stellen rund fünf Mal mehr Arbeitsplätze als die Stahlindustrie – fast eine halbe Million. „Stahlverarbeiter nach vorn. Weitet die Safeguards aus und schützt auch sie vor Importen“, fordert daher der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM). Zusätzlich verlangt er von der Regierung eine Senkung der Arbeitskosten, um die Wettbewerbsfähigkeit der meist mittelständischen Unternehmen wiederherzustellen.
Druck aus Asien drängt Stahlverarbeiter aus dem Wettbewerb
„Wer nur die Stahlproduzenten mit Safeguards schützt, denkt zu kurz“, betont WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer. Fakt ist: Die Stahlverarbeiter hat man bei den von der EU beschlossenen Schutzmaßnahmen gegen Stahlimporte weitgehend vergessen. Nun drängt der Druck aus Asien Blech- und Massivumformer, Schrauben- und Federnhersteller zunehmend aus dem Wettbewerb. Auftragsrückgänge haben zur tiefen Strukturkrise geführt, Wohlstand und Beschäftigung in den Regionen sind zunehmend gefährdet. Um diesen Trend zu stoppen, ist eine Ausweitung der Safeguards unumgänglich.
Killer der Wettbewerbsfähigkeit: Energie, Bürokratie … und Arbeitskosten
Killer der Wettbewerbsfähigkeit sind – neben den im internationalen Vergleich zu hohen Energie- und Bürokratieerfüllungskosten – zu hohe Arbeitskosten. „Die Regierung muss die Lohnzusatzkosten auf 40 Prozent zurückführen, um die Produktivität anzukurbeln“, so Vietmeyer. Zudem kann der WSM die Zurückhaltung der Bundesregierung bei der Unterstützung von europäischen Local-Content-Regeln nicht nachvollziehen: „Wir müssen unsere Industrien doch schützen. Insbesondere dann, wenn man Beschaffungsprozesse – wie etwa beim Thema E-Mobilität – mit unserem Steuergeld fördert.“

BU: Der WSM (Foto: Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer) fordert die Ausweitung der Safeguards auf Produkte aus Stahl und eine Senkung der Arbeitskosten

(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.) (Bildquelle: )

11. Juni 2026 | ID: 33637 | Artikel löschen
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Die Stahl und Metall verarbeitende Industrie in Deutschland, das sind: rund 5.000 vorwiegend familiengeführte Betriebe, die mit über 500.000 Beschäftigten über 80 Milliarden Euro Umsatz im Jahr erwirtschaften. Die Unternehmen beschäftigen im Durchschnitt 100 Mitarbeiter und sind mit Abstand die wichtigsten Kunden der Stahlerzeuger.
Die Branche zeichnet sich durch hohe Spezialisierung und Wettbewerbsintensität aus. Die Unternehmen fertigen für die internationalen Märkte der Automobil-, Elektro- und Bauindustrie, den Maschinenbau und den Handel.
Der WSM ist Dachverband für 13 Fachverbände. Zusammen bündeln sie die Interessen einer der größten mittelständischen Branchen in Deutschland und sind Sprachrohr für deren wirtschaftspolitische Vertretung auf Länder-, Bundes- und europäischer Ebene. Sie suchen den Ausgleich mit marktmächtigen Abnehmern und Lieferanten aus Industrie und Handel. Und sie fordern bessere Rahmenbedingungen für Wachstum, Dynamik und Wettbewerb - ob bei Steuern, Abgaben, Recht, Forschung, Umwelt, Energie oder Technik.
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