Stammzelltherapie: Neue Wege bei Arthrose & Herzschwäche

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Stammzelltherapie: Neue Wege bei Arthrose & HerzschwächeDie regenerative Medizin erreicht einen Wendepunkt: Neue klinische Studien zu Herzpflastern bei Herzschwäche und zu Stammzelltherapien bei Knorpelschäden im Knie zeigen, welches Potenzial in modernen Zelltherapien steckt. Noch stehen viele Anwendungen am Anfang - doch die Grundlagen für zukünftige Behandlungen werden heute gelegt.

Im Mittelpunkt steht dabei eine entscheidende Frage: Wer heute Stammzellen aus Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe bei der Geburt einfrieren lässt, schafft möglicherweise die Voraussetzung, künftig an innovativen Zelltherapien teilnehmen zu können.

Herzpflaster: Klinische Anwendung in Göttingen gestartet

Bei schwerer Herzschwäche ist der Herzmuskel dauerhaft geschädigt. Medikamente können das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, verloren gegangenes Gewebe jedoch nicht ersetzen.
Genau hier setzt das sogenannte Herzpflaster an. Es besteht aus Herzmuskelzellen, die im Labor aus induzierten pluripotenten Stammzellen gezüchtet werden. Diese Zellen stammen ursprünglich aus Nabelschnurblut und werden zu funktionellen Herzmuskelzellen weiterentwickelt. [1,2]

Die erste klinische Anwendung läuft bereits: Seit 2021 wird die Herzpflaster-Therapie im Rahmen einer Studie an den Universitätskliniken Göttingen und Lübeck erprobt . In Göttingen wurden die ersten Patient:innen behandelt. [3,4]

Das gezüchtete Zellgewebe wird während einer Operation direkt auf die geschädigte Stelle des Herzens aufgebracht. Ziel ist es, die Pumpfunktion nachhaltig zu verbessern. Erste Ergebnisse sind vielversprechend: Bei einem Patienten konnte die Herzleistung von 20 Prozent auf über 37 Prozent gesteigert werden.

Die Therapie befindet sich weiterhin in der klinischen Erprobung und ist noch nicht allgemein verfügbar. Dennoch markiert sie einen bedeutenden Schritt in Richtung regenerativer Herzmedizin.

Stammzellen gegen Kniearthrose: Studie startet in Deutschland

Auch bei Knorpelschäden im Knie setzt die Forschung zunehmend auf Stammzellen aus der Nabelschnur. Unbehandelte Knorpelschäden können langfristig zur schmerzhaften Kniearthrose führen.

Eine genehmigte klinische Studie in Deutschland untersucht nun, ob Stammzellen aus Nabelschnurgewebe geschädigten Knorpel regenerieren und damit einer Arthrose vorbeugen können [5]
Zwischen September 2025 und September 2028 werden 55 Erwachsene im Alter von 18 bis 60 Jahren behandelt. Dabei werden Stammzellen auf den geschädigten Knorpel aufgebracht und über zwei Jahre hinsichtlich Sicherheit, Schmerzreduktion, Knorpelregeneration und Verbesserung der Lebensqualität untersucht. [6]

Internationale Erfahrungen zeigen ebenfalls Potenzial: In Südkorea ist seit 2012 ein stammzellbasiertes Produkt zur Behandlung von Knieknorpelschäden zugelassen.

Warum Nabelschnur-Stammzellen im Fokus stehen

Stammzellen aus Nabelschnurblut und -gewebe gelten als besonders vielversprechend:
- Sie sind biologisch jung
- Sie verfügen über hohe Regenerationsfähigkeit
- Sie werden immunologisch meist gut vertragen

Während Nabelschnurblut bereits heute bei bestimmten Blutkrankheiten eingesetzt wird , rücken neue Anwendungsgebiete wie Herzinsuffizienz oder Arthrose zunehmend in den Fokus.

Zukunftsperspektive: Eingefrorene Stammzellen als Schlüssel für kommende Therapien
Sowohl das Herzpflaster als auch die Knorpeltherapie befinden sich noch in klinischen Studien. Sie sind noch keine zugelassenen Standardtherapien. Doch die Entwicklungen zeigen klar: Zelltherapien werden in den kommenden Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen.

Für Familien bedeutet das: Die Gewinnung von Nabelschnurblut und -gewebe ist nur unmittelbar nach der Geburt möglich . Wird dieses biologische Material nicht gesichert, ist die Chance später nicht nachholbar .
Wer Stammzellen heute einfrieren lässt, schafft damit eine potenzielle Grundlage, um künftig an neuen personalisierten Zelltherapien teilnehmen zu können - sobald diese zugelassen und breit verfügbar sind.

Forschung läuft auf Hochtouren

Zahlreiche Studien in Deutschland und international prüfen derzeit Sicherheit und Wirksamkeit stammzellbasierter Therapien. Die aktuelle Phase dient vor allem dem Nachweis der Sicherheit - ein unverzichtbarer Schritt auf dem Weg zur regulären Zulassung.

Was heute in spezialisierten Universitätskliniken wie Göttingen begonnen hat, könnte in einigen Jahren fester Bestandteil moderner Therapiekonzepte werden.

Fazit

Herzpflaster bei Herzschwäche und Stammzelltherapien bei Kniearthrose zeigen eindrucksvoll: Die regenerative Medizin steht am Beginn einer neuen Ära. Die ersten Patient:innen werden bereits behandelt - doch das volle Potenzial dieser Therapien wird sich erst in den kommenden Jahren entfalten.

Eingefrorene Stammzellen aus Nabelschnurblut und -gewebe können dabei künftig eine entscheidende Rolle spielen, wenn innovative Zelltherapien breite klinische Anwendung finden.

Quellen:
1. BioVAT-HF-DZHK20-Studie: Erste klinische Anwendung seit 2021 an den Universitätskliniken Göttingen und Lübeck. https://www.umg.eu/news-detail/news-detail/detail/news/studienergebnisse-oeffnen-die-tuer-fuer-behandlung-der-herzschwaeche-mit-herzpflaster/
2. Publikation: Nature (2025), DOI: 10.1038/s41586-024-08463-0. https://www.nature.com/articles/s41586-024-08463-0#Sec2
3. Veröffentlichung in der Ausgabe der Zeitschrift die ZEIT 52/2025 https://www.zeit.de/2025/52/herzpflaster-herzschwaeche-kuenstliches-herzgewebe-stammzellen-klinische-studie
4. Filmbericht in der ADR Mediathek https://www.ardmediathek.de/video/visite/herzpflaster-neue-therapie-mit-stammzellen-bei-herzschwaeche/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS8yZjQ3YTIwMi1jZTlhLTRjMjAtOTczOC0xOTU3ZmU2MDliNWM
5. Studie zur Kniearthrosebehandlung:https://clinicaltrials.gov/study/NCT06981741;
6. Studienrekrutierung: https://bioncart.com/fuer-patienten/#studie

(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.) (Bildquelle: )

03. März 2026 | ID: 31215 | Artikel löschen
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