Streit um die Primär-Versorgung: wer soll erste Anlaufstelle für Patienten sein?

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Streit um die Primär-Versorgung: wer soll erste Anlaufstelle für Patienten sein?In den letzten Monaten wurde intensiv das "Primärarztsystem" diskutiert, bei dem der Hausarzt für Patienten die erste Anlaufstelle vor dem Facharzt sein sollte. Doch dass eine solche Versorgungssteuerung nicht funktioniert, Hausärzte überlastet, längere Wartezeiten produziert werden und eine Einschränkung der Arztwahl bedeutet - darüber sind sich Experten im Gesundheitswesen inzwischen einig. Warum eine gelungene Patientensteuerung nicht mit einem Primär- "Arzt", sondern nur mit einer geschickten Primär-Versorgung gelingen kann - darüber berichtet Dr. med. Helmut Weinhart, Facharzt für Orthopädie /Sportmedizin (Starnberg), Vizepräsident BVOU und 2. Vorsitzender SpiFa, auf dem 36. Jahreskongress des BVASK, der vom 30. bis 31. Januar im Düsseldorfer Medienhafen stattfindet.

In der Debatte geht es um die Umsetzung, die Finanzierung und die Sicherstellung der Qualität bei steigendem Fachkräftemangel und einem immer höheren Patientenanspruch.

Weinhart: "Trotz der Mündigkeit der Patienten brauchen wir eine vernünftige Steuerung, damit jeder zeitnah und qualitativ hochwertig vom richtigen Fach behandelt wird. Für einen banalen Hexenschuss beispielsweise braucht es keinen Orthopäden und nicht für jedes Beschwerdebild brauchen wir sofort hochwertige Bildgebung."

Bei der Steuerung von Patientenströmen ist klar, dass digital vor ambulant vor stationär die höchsten Einsparungen bringen kann. Deshalb wird unter anderem ein Modell einer digitalen bzw. einer hybriden Steuerung zwischen digital und Fachpersonal diskutiert. In diesem Fall könnten Patienten ihre Beschwerden angeben und werden direkt an die richtigen Stellen im Gesundheitssystem gelotst.

Innerhalb des ambulanten Systems geht es nun darum, Lösungen für eine Steuerung im Kollektivvertragssystem und/oder die Steuerung in Kombination mit "angedockten" Facharzt-Vollverträgen zu finden, so Weinhart.

"Eine Ehrlichkeit der Politik gegenüber dem Patienten ist jedoch dringend nötig. Patienten müssen mehr Eigenverantwortung bekommen, eventuell auch mit verschiedenen Versicherungstarifen direkt zum Facharzt gehen können. Fakt ist: bei einer Steuerung der Patienten, egal durch wen, darf auch die Orthopädie nicht budgetiert werden. Eine (angeforderte) Versorgung kann nur gewährleistet werden, wenn sie zu 100 Prozent bezahlt wird", sagt der BVASK-Experte.

Ein intensiver Austausch im Vorfeld einer Reform der Versorgungssteuerung ist vor allem mit denen wichtig, die täglich diese Arbeit leisten - den niedergelassenen Fachärzten. Dazu kommt, dass es einen Anreiz für die Patienten geben muss, sich steuern zu lassen. Bei akuten spezifischen Verletzungen und Schmerzen beispielsweise, die sofort behandelt werden müssen, aber nicht in eine Notaufnahme gehören - wohin geht der Patient damit?

(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.) (Bildquelle: )

28. Januar 2026 | ID: 30305 | Artikel löschen
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