
Österreich gehört bei der Einkommensgerechtigkeit zu den Schlusslichtern Europas. Am 5. November ist Equal Pay Day in Österreich. Ab diesem Tag arbeiten vollbeschäftige Frauen im statistischen Vergleich zu Männern bis Jahresende rechnerisch unbezahlt. Mit einem Gender Pay Gap von 17,6 Prozent bei den Bruttostundenverdiensten weist Österreich den drittgrößten Einkommensunterschied innerhalb der EU auf. Dabei berücksichtigt der EU-Vergleich bereits die unterschiedlichen Arbeitszeiten, weil die durchschnittlichen Bruttostundenverdienste verglichen werden. Zusätzlich arbeitet in Österreich fast jede zweite erwerbstätige Frau Teilzeit, aber nur rund jeder siebte Mann. Wenn man das mitberücksichtigt, liegt der Gender Pay Gap sogar bei 32,9 % Prozent. Das wirkt sich auf Einkommen, Karrierechancen und spätere Pensionen aus.
„Wir können es uns angesichts von Fachkräftemangel, Digitalisierung und demografischem Wandel schlichtweg nicht leisten, das Potenzial hervorragend qualifizierter Frauen unzureichend zu nutzen“, betont die Physikerin, Neurowissenschaftlerin und Zukunftsmanagerin Monika Herbstrith-Lappe.
Künstliche Intelligenz könnte die Ungleichheit weiter verschärfen. Eine 2026 veröffentlichte Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Initiative D21 zeigt einen deutlichen Gender AI Gap: Männer nutzen KI häufiger als Frauen. Besonders ausgeprägt ist der Unterschied bei jungen Erwerbstätigen. Während etwa die Hälfte der jungen Männer KI intensiv nutzt, ist es bei Frauen weniger als ein Drittel.
„Wer KI souverän nutzt, kann sich neue Kompetenzen erschließen, produktiver arbeiten und berufliche Chancen besser wahrnehmen. Wenn Frauen dabei zurückbleiben, droht sich die bestehende Einkommens- und Karriereschere noch weiter zu öffnen“, warnt Herbstrith-Lappe. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Technologien der Zukunft die Ungleichheiten der Vergangenheit noch weiter vergrößern.“
In ihre Vortrag "
Zukunftsfittes Business braucht Frauen UND Männer." geht es um weit mehr als Gleichstellung. Unterschiedliche Erfahrungen, Denkweisen und Perspektiven bereichern Entscheidungen, stärken Innovationskraft und erweitern Handlungsmöglichkeiten. Gerade angesichts zunehmender Komplexität brauchen Unternehmen vielfältige Kompetenzen statt einseitige Denkmuster.
„Chancengerechtigkeit ist kein Frauenthema, sondern eine gemeinsame Zukunftsaufgabe. Es geht nicht darum, Frauen an männlich geprägte Strukturen anzupassen. Wir müssen vielmehr Rahmenbedingungen schaffen, in denen Frauen UND Männer ihre Potenziale bestmöglich entfalten können“, unterstreicht Herbstrith-Lappe.
Dazu gehören faire Karrierechancen, partnerschaftliche Vereinbarkeit, transparente Entlohnung und ein gleichberechtigter Zugang zu KI-Kompetenzen. Digitalisierung kann dabei Teil der Lösung werden: durch flexiblere Arbeitsgestaltung, neue Lernmöglichkeiten und transparentere Personalentscheidungen.
„MEHR DIGITAL braucht MEHR MENSCHLICH. Und MEHR DIGITAL ermöglicht MEHR MENSCHLICH. Entscheidend ist, wie wir die Technologien einsetzen. Es braucht bewusstes Gegensteuern, damit KI nicht alle bestehenden Biases und Diskriminierungen radikal verstärkt.“ so Herbstrith-Lappe.
Ihr Fazit: „Zukunftsfähigkeit entsteht durch Vielfalt und das Zusammenwirken unterschiedlicher Stärken. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass aus dem Gender Pay Gap kein Gender AI Gap wird, sondern aus den neuen technologischen Möglichkeiten eine chancenfaire Zukunft für ALLE.“
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05. November 2026 | ID: 36826 | Artikel löschen
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Keynote Speakerin Mag.a Monika Herbstrith-Lappe ist Mathematikerin und Physikerin, Motivationspsychologin und Neurowissenschaftlerin sowie KI- und Zukunftsmanagerin. Sie ist Gründerin und Geschäftsführerin der „Impuls & Wirkung – Herbstrith Management Consulting GmbH“ sowie seit über 40 Jahren in der Erwachsenenbildung und auf Bühnen aktiv. Das Magazin TRAiNiNG, führendes Medium für Personalentwicklung in Österreich, hat sie als „Speaker des Jahres 2024“ ausgezeichnet. Von der Trainingsorganisation imh GmbH (Vorläufer: IIR), dem Premium Konferenz- und Seminaranbieter in Österreich, wurde sie seit 2008 jährlich als „Speaker/Trainer of the Year“ ausgezeichnet – so auch 2025. Als High Performance Coach hat sie sich auf die Schnittstelle zwischen der subjektiven Sicht des Menschen und der objektiven Welt der Zahlen, Daten, Fakten spezialisiert. Mag.a Monika Herbstrith-Lappe ist DIE Expertin für Innovationsfreude, gesunde Leistungsstärke und Resilienz in der Ära der KI.
Die Motivationspsychologin ist außerdem Speakerin in der renommierten Redneragentur „Redner. Speaker. Experten“ von Heinrich Kürzeder, Rednerin und Zukunftsgestalterin im Future Inspiration Team des österreichischen und deutschen Zukunftsinstituts sowie Vordenkerin im Think Tank Net of Brains und in einem IDG-Hub. Ferner gehört zu den vielfältigen Erfahrungsschätzen von Mag.a Monika Herbstrith-Lappe ihre Arbeit als Lektorin und Entwicklungspartnerin an der Universität für Weiterbildung Krems. Ehrenamtlich engagiert sie sich u.a. als Gründungsvorständin des Clubs Max Reinhardt Seminar, dem Förderverein für Schauspiel- und Regiestudierende an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Als Bündnispartnerin der idg Initiative Digitalisierung Chancengerechtigkeit und als Board Member von WOMENinICT setzt sie sich für Human Centred AI ein. WOMENinICT wurde 2025 mit dem „Award für Digitalen Humanismus in der Praxis“ ausgezeichnet. Von 2021 bis 2023 war sie Vorständin der Vereinigung der Business-Trainer*innen und von 2023 bis 2025 Vizepräsidentin des Chapters Austria der German Speakers Association.