Sparreflex statt Strategiedenken: KMUs im Blindflug

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Sparreflex statt Strategiedenken: KMUs im BlindflugOft holen kleine und mittlere Unternehmen erst externe Hilfe ein, wenn es bereits fast zu spät ist. Genau dann ist professionelle Unterstützung aber am teuersten und der Handlungsspielraum am kleinsten. Der Grund hierfür ist weniger fehlendes Vertrauen in die externe Hilfe als vielmehr die Angst vor der Rechnung. Da Beratung vor allem als Kostenblock statt als Investition betrachtet wird, fehlt der Weitblick dafür, welche Kosten teure Fehlentscheidungen, Umwege oder späte Notfalllösungen tatsächlich verursachen.

Im Vergleich zu grossen Unternehmen und Konzernen sind sich KMUs seltener darüber im Klaren, welchen, konkreten Mehrwert ein unabhängiger Blick von aussen für die Strategie, die Organisation oder die Nachfolge bringen kann. In erster Linie werden die möglichen Kosten der Beratung gesehen - nicht der Nutzen, durch den sich Fehlentscheidungen, Umwege oder Krisen vermeiden liessen. Entsprechend suchen viele KMUs erst dann Unterstützung, wenn der Druck durch Umsatzrückgang, Fehlentscheidungen bei Investitionen oder interne Konflikte bereits hoch und der Handlungsspielraum deutlich kleiner geworden ist. "In vielen Fällen tragen der hohe operative Zeitdruck im Tagesgeschäft und die geringe Priorisierung strategischer Themen dazu bei, dass eine professionelle Begleitung oft erst sehr spät in Anspruch genommen wird. Die Arbeit eines Beraters gleicht dann eher einem Feuerwehreinsatz", berichtet Dr. Heidi Z'graggen, Unternehmensberaterin und Expertin für Verhandlungen bei der Innerschweizer Agentur URimpuls, aus ihrem Alltag.

Krisensituationen, in denen Sofort-Hilfe unter Zeitdruck erforderlich ist, sind keine Seltenheit. So wollte ein kleines KMU eine für seine Verhältnisse bedeutende Investition in erneuerbare Energien tätigen. Die Installation einer Solaranlage mit Speicher war geplant, obwohl die finanziellen Mittel knapp waren. Die Suche nach Fördergeldern und Investoren zog sich hin. Dadurch wuchs nicht nur der finanzielle Druck im Betrieb, sondern auch die Unzufriedenheit der Mitarbeiter, Partner und Lieferanten, die sich unzureichend über die Situation informiert fühlten. Die Stimmung verschlechterte sich zusehends und die Kommunikation brach stellenweise ab. "Es bahnte sich eine ernsthafte Krise für das Unternehmen an. "Zunächst bestand unsere Aufgabe darin, systematisch alle Finanzierungsmöglichkeiten - von öffentlichen Zuschüssen über Förderprogramme bis hin zu Stiftungen - zu prüfen und die erforderlichen finanziellen Mittel zu sichern. Parallel dazu haben wir den Unternehmer in Gesprächen entlastet, sodass wieder eine Kommunikation mit allen Betroffenen möglich war", schildert Bruno Dobler, ebenfalls Unternehmensberater bei URimpuls.

Als der strategische Handlungsspielraum wieder gegeben war, wurde ein runder Tisch organisiert, an dem alle Beteiligten ihre Sichtweise einbringen und gemeinsam tragfähige Lösungen erarbeiten konnten. So liess sich die Investition geordnet realisieren, ohne dass die Konflikte weiter eskalierten oder Geschäftsbeziehungen dauerhaft Schaden nahmen. Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig innezuhalten, um Klarheit über Ziele, Finanzierung und Kommunikationswege zu schaffen. "Die Investition in eine professionelle Begleitung zahlt sich daher immer aus, um komplexe Vorhaben strukturiert abzuwickeln, Missverständnisse zu vermeiden und selbst unter engen Ressourcenbedingungen Ruhe in anspruchsvolle Entscheidungsprozesse zu bringen", sagt Verhandlungsexpertin Dr. Heidi Z'graggen.

(Bildquelle: iStock / Liubomyr Vorona) (Bildquelle: )

02. März 2026 | ID: 31180 | Artikel löschen
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Dr. Heidi Z'graggen, Geschäftsführerin von URimpuls AG, bringt aus ihrer politischen Karriere als Ständerätin und ehemalige Regierungsrätin des Kantons Uri umfangreiche Erfahrung in Verhandlungsführung und strategischer Leitung mit. Neben ihrer politischen Laufbahn verfügt sie über akademische Qualifikationen in Politikwissenschaften, Geschichte und Betriebswirtschaft und hat sich durch zahlreiche Weiterbildungen, darunter im Bereich General Management und globale Verhandlungen, weitergebildet. Ihre Kompetenzen in der Gestaltung von partizipativen Prozessen zeichnen sie als Expertin in der Unternehmensberatung aus.

Bruno Dobler, ein erfahrener Unternehmensberater und Krisenmanager, hat eine beeindruckende Karriere. Er ist Unternehmensgründer, Chefpilot und CEO mehrerer Luftfahrtunternehmen. Neben seinen Aufgaben in der Luftfahrt hat Dobler als Mitglied des Bankpräsidiums der Zürcher Kantonalbank und als politischer Vertreter im Zürcher Kantonsrat strategische Führungsqualitäten bewiesen. Seine Expertise in Krisenmanagement, gepaart mit tiefgreifenden Kenntnissen in Finanzen, Handel und Dienstleistungen, macht ihn zu einem gefragten Berater und Redner in der Wirtschaft.
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