Ambulantisierung der Patienten-Versorgung: Handlungsbedarfe für die nächste Bundesregierung

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Ambulantisierung der Patienten-Versorgung: Handlungsbedarfe für die nächste BundesregierungDie Ampel ist Geschichte. Was in ihrer Zeit vom Bundesministerium für Gesundheit für eine zunehmende Ambulantisierung der ärztlichen Versorgung in Deutschland erdacht wurde, braucht nun eine dringende Überarbeitung und Neuauflage von Experten. Welche Punkte ein schnelles Handeln der nächsten Bundesregierung erfordern - darüber referiert Thomas Czihal, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Zentralinstituts der Kassenärztlichen Versorgung (ZI), auf dem 35. Jahreskongress des BVASK im Düsseldorfer Medienhafen.

Der Ansatz, einer sektorengleichen Vergütung (also der Vergütung gleicher Leistungen im Krankenhaus und in einer Praxis) hat seine Berechtigung. Aber: "Die Umsetzung dieser Abrechnung ist schlecht gemacht", so Thomas Czihal. Die Vergütungsposten müssen völlig neu aufgesetzt und dürfen nicht als "Appendix" der DRG gesehen werden. Vertragsärzte müssen bei der Ausarbeitung des neuen Vergütungssystems entschieden mehr mitwirken können.

Das Wichtigste dabei: "Es braucht viel mehr Differenzierung", sagt Czihal. "Es ist ein Unterschied, ob jemand 1,5 Stunden oder nur 20 Minuten im OP steht oder ob es ZB eine OP mit oder ohne den Einsatz von Implantaten ist. Alle Fachbereiche der ärztlichen Versorgung müssen hier neu ausgearbeitet werden.

Ein zweiter Punkt sind die unter Minister Karl Lauterbach beschlossenen Placebo- Maßnahmen, zum Beispiel die, der "sektorübergreifenden Versorgung". Sie schaffen noch mehr Bürokratie und ändern nichts am System. Wenn Kliniken schließen (müssen), weil sie aus Sicht der Politik nicht mehr gebraucht werden, ist es unsinnig, hier Ärzte in einer Art Gesundheitszentrum weiterarbeiten zu lassen, die dann ebendiese Leistungen ambulant erbringen sollen. Erstens gibt es genügend Praxen, zweitens kann auch heute bereits jedes Krankenhaus Leistungen ambulant erbringen, drittens sind immer mehr MVZ entstanden, die das übernehmen könnten.

Ein dritter Punkt wäre eine dringende Senkung des viel zu hohen Verwaltungsaufwands, der so für die Realität gar nicht nötig ist. Es braucht zum Beispiel Bagatellgrenzen für Wirtschaftlichkeitsprüfungen. Wenn wegen 5,80 Euro zu viel ein ganzer Verwaltungsapparat hochfährt, ist dies unwirtschaftlich.

Insgesamt mahnt Czihal die Politik zu mehr "vornehmer Zurückhaltung" und mehr Demut. Es sollte das Vertrauen in die ärztliche Selbstverwaltung gestärkt werden. Denn die, die täglich diese wichtigen Versorgungsleistungen für die Patienten erbringen, wissen sehr gut was sie da tun und was es im System braucht.

(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)

29. Januar 2025 | ID: 22252 | Artikel löschen
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