Containerumschlag in Hamburg ist dramatisch eingebrochen

Logistik, Transport | Verein Elbwald retten
Containerumschlag in Hamburg ist dramatisch eingebrochenDass sich die Prognosen, die den Planungen für die Hamburger Hafenwesterweiterung zu Grunde lagen, als absolut unrealistisch erwiesen haben, ist bekannt: Statt der im Hafenentwicklungsplan von 2012 prognostizieren 25,3 Millionen Standardcontainer (TEU) wurde laut einer internen Auswertung der Hamburg Port Authority (HPA) im Jahr 2025 mit 8,3 Millionen Einheiten gerade einmal knapp ein Drittel dieses Wertes erreicht. Angesichts der bereits bestehenden Kapazitäten von fast 14 Millionen TEU, besteht also kein Bedarf an weiteren Liegeplätzen. Das wäre in etwa so, als wenn der Besitzer eines zehnstöckigen Hauses nur sechs Etagen vermietet hat und dann entscheidet - weil es so gut läuft -, fünf neue Stockwerke zu bauen.
Wie absurd die am Markt vorbei geplanten Erweiterungspläne sind, wurde jetzt durch eine Ad-hoc-Mitteilung der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) deutlich: Weil börsennotierte Unternehmen bekannt geben müssen, wenn sie ihre wirtschaftlichen Prognosen nach unten korrigieren, teilte die HHLA jetzt mit, dass der Umschlag an ihren Hamburger Container-Terminals im ersten Halbjahr 2026 um 7,3 Prozent auf 2,786 Millionen TEU gesunken ist. Daraus ergibt sich, dass die HHLA ihre Gewinnerwartung (EBIT) für die Hafenlogistik deutlich gesenkt hat: Statt der zu Jahresbeginn errechneten 160 bis 180 Millionen Euro, wird nun nur noch ein Profit von 135 bis 150 Millionen Euro erwartet.
Die Firma Eurogate, die die im Zuge der Hafenwesterweiterung geplanten neuen Containerterminals betreiben soll, ist als nicht börsengehandeltes Unternehmen nicht verpflichtet, Informationen über ihre Gewinnentwicklung bekannt zu geben. Hafeninsider berichten jedoch, dass auch an den Eurogate-Terminals in diesem Jahr deutlich weniger Schiffe fest machen würden. Dieser Abwärtstrend ist Wasser auf die Mühlen des Vereins Elbwald retten, der die geplanten neuen Eurogate-Terminals und die damit verbundene Rodung der Bäume im Biotop inmitten des Industriegebietes Waltershof mit einer Volkspetition stoppen möchte. Franz Hermann, der Vorsitzende der Initiative, erklärte dazu: „Spätestens nach der Veröffentlichung der weiter rückläufigen Zahlen ist es jetzt an der Zeit, dieses unsinnige, milliardenschwere Projekt ad Acta zu legen.“ Der Co-Vorsitzende des Vereins Ulf Wolter, der als Kapitän bestens mit den nautischen Bedingungen vertraut ist, ergänzte: „Es gibt viele Dinge, in die im Hamburger Hafen investiert werden sollte. So sind beispielsweise eine Digitalisierung der logistischen Prozesse und eine neue Köhlbrandquerung überfällig. Aber neue Liegeplätze brauchen wir definitiv nicht.“

(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.) (Bildquelle: )

17. August 2026 | ID: 34999 | Artikel löschen
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