Atlantis: Mythos, Gründung und das Rätsel um die Existenz einer versunkenen Stadt
Die Legende von Atlantis, einer mächtigen und hochentwickelten Inselwelt, die laut dem griechischen Philosoph Platon vor rund 9.600 Jahren in nur einem Tag und einer Nacht unterging, bleibt eines der faszinierendsten Geheimnisse der antiken Welt. Ihre Gründungslegende, wie sie in Platons Dialogen Timaios und Kritias erzählt wird, beginnt mit Kleito, einer mythischen Frau, die als Tochter der Leukippe und des Euenor beschrieben wird. Mit Leukippe ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine sterbliche Halbgöttin (Meeresnymphe) in der Farbe weiß gemeint. Altgriechisch "Leu" steht für weiß, abgeleitet von der proto-indogermanischen Wurzel *lewk. siehe auch Leukozyten = „weiße Blutkörperchen“.
Kleito und Poseidon
Kleito wird zur Mutter der ersten Könige von Atlantis und symbolisiert die Verbindung zwischen Mensch und göttlicher Macht. Durch ihre Beziehung mit
Poseidon >>, dem olympischen Gott der Meere, entsteht die dynastische Linie, die die Herrschaft über die Inseln übernimmt. Die Hauptstadt in der Mitte dieser Inselwelt wird nach diesem göttlichen Ursprung als reich, prächtig und technisch überlegen beschrieben – eine perfekte, aber zugleich gefährdete Gesellschaft, die durch ihren Übermut letztlich untergeht.
Fazit und die Frage, ob es Atlantis wirklich gab
Bis heute gibt es keine wissenschaftlichen Beweise für die Existenz von Atlantis außerhalb der Überlieferung durch Platon. Die meisten Forscherinnen und Forscher gehen davon aus, dass Platon die Geschichte als philosophisches Werkzeug geschaffen hat, um seine Ideen über Staatsformen und die Gefahren von Machtmissbrauch zu veranschaulichen. Die Beschreibung von Atlantis als idealer Staat, der durch Gier und Arroganz zerstört wird, dient als Warnung – ein klassisches Beispiel für die Verwendung von Mythos in der politischen Theorie. Obwohl einige Theorien die minoische Kultur auf Kreta, den Vulkanausbruch auf Santorin oder sogar die Azoren als mögliche historische Vorbilder sehen, bleibt alles Spekulation. Atlantis ist heute weitgehend als Mythos anerkannt, der zwar nicht real existiert, aber als kulturelles und literarisches Phänomen bis heute lebendig ist.
Die Suche nach Atlantis ist weniger eine archäologische Mission, sondern vielmehr ein Spiegel unserer menschlichen Sehnsucht nach einem verlorenen Paradies – ein Traum, der niemals bewiesen werden kann, aber ebenso niemals ganz verloren geht.
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(Bildquelle: KI)
09. März 2026 | ID: 31382 | Artikel löschen
Holger FischerHolger Fischer
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