Tyros: Eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte der Welt
Die phönizische Stadt Tyros, heute bekannt als Sur im Libanon, gilt als eine der ältesten kontinuierlich bewohnten Städte der Welt. Mit einer Geschichte, die sich bis ins zweite Jahrtausend vor Christus zurückverfolgen lässt, war Tyros ein zentrales Handels- und Industriezentrum im östlichen Mittelmeerraum. Ihre geografische Lage an der Küste und ihr natürlicher Hafen machten sie zu einer der mächtigsten phönizischen Metropolen. Die Stadt wurde legendär als Geburtsort
der Europa >> und ihren Brüdern, beispielsweise
Kadmos >> und Phoinix, sowie der Gründerin Dido von Karthago. Ihre Geschichte ist geprägt von Reichtum, Eroberungen und Widerstand – besonders bekannt ist die 13-monatige Belagerung durch Alexander den Großen im Jahr 332 v. Chr., die zur Zerstörung der Inselstadt führte. Heute ist Tyros ein UNESCO-Weltkulturerbe und beherbergt beeindruckende antike Ruinen, die das Erbe einer einst mächtigen Zivilisation bewahren.
Heimat der tyrischen Quellnymphen
Griechische Mythologie: Laut der Dionysiaka des Dichters Nonnos, wurden die Nymphen Abarbaree, ihre Tochter Kallirrhoë und deren Schwester Drosera von Dionysos bewundert und durch Eros’ Liebespfeile getroffen. Aus dieser mythischen Begegnung entstand die Verbindung, die die drei Frauen als Ahnherrinnen der Stadt Tyros etablierte. Abarbaree, die Mutter von Kallirrhoë, gilt als erste der drei, deren Name in mehreren Quellen als „die Fremde“ (altgriechisch Abarbaréē) interpretiert wird. Drosera, deren Name „die Betauende“ bedeutet, und Kallirrhoë, „die Schönfließende“, symbolisieren die lebendigen Quellen, die der Stadt ihren Namen und ihre Lebenskraft gaben. Diese mythische Trias verbindet die Naturkraft der Wassernymphen mit der geistigen und kulturellen Identität der Stadt – eine Verbindung, die bis heute in der Erinnerung an Tyros erhalten bleibt.
Aktuell
Heute lebt die Stadt mit etwa 120.000 Einwohnern weiter – ein Ort, an dem antike Ruinen neben modernen Straßen und einem lebendigen Hafen existieren. Obwohl die einstige Pracht kaum mehr sichtbar ist, erinnern die Überreste der antiken Stadt, die Mauern, die Tempel und die Spuren der Purpurfärberei an eine glorreiche Vergangenheit. Die Geschichte von Tyros ist eine Geschichte von Widerstand, Neubeginn und kultureller Kontinuität – eine Stadt, die aus Ruinen gebaut wurde und immer noch lebt.
Zur Webseite:
Drosera, Abarbaree und Kallirrhoë: Die mythischen Stammmütter der phönizischen Stadt Tyros >>
(Bildquelle: KI)
17. Februar 2026 | ID: 30829 | Artikel löschen
Holger FischerHolger Fischer
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