Die Kelten
Die Kelten, eine vielfältige Volksgruppe der Eisenzeit, prägten
Europa >> von der Britischen Insel bis nach Kleinasien. Ihre kulturelle und sprachliche Ausbreitung reicht von etwa 800 v. Chr. bis ins frühe Christentum. In Mitteleuropa entwickelte sich ihre Kultur im Rahmen der Hallstatt- und Latènekultur, geprägt von fortschrittlicher Metallverarbeitung, komplexen Gesellschaftsstrukturen und einer bemerkenswerten Kriegertradition. Als wandernde Stämme drangen sie in das antike Griechenland vor, plünderten Delphi 279 v. Chr. und wurden später von König Nikomedes I. von Bithynien als Söldner nach Anatolien geführt. Dort etablierten sich die Tolistobogier, Trokmer und Tektosagen als sogenannte Galater – ein Name, der sich aus dem keltischen Galatai ableitet und urverwandt mit Kelten ist.
Tempel des Apollon
Im Jahr 277 v. Chr. plünderten die Galater den Tempel des Apollon von Didyma, was den Beginn ihrer historischen Aufmerksamkeit in der antiken Welt markierte. Ihre militärische Stärke führte zu Konflikten mit Seleukidenkönigen, wie Antiochus I., der sie 275 v. Chr. in der sogenannten „Elefantenschlacht“ besiegte. Später wurden sie in der Region um Ankyra (heute Ankara) angesiedelt, wo sich die Provinz Galatien entwickelte – ein Gebiet, das bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. keltischsprachige Bevölkerung beherbergte.
Griechische Mythologie
Parallel zur historischen Realität, entstand in der griechischen Mythologie eine eponyme Stammvatergestalt: Keltos / Galates. Gemäß antiken Quellen ist er als Sohn des Herakles der Stammvater der Kelten und Galater. Diese mythische Figur dient als symbolische Grundlage für die Identität des Volkes und wird in der Liste der eponymen Heroen geführt. Die Namensverbindung zwischen dem historischen Volksstamm und der mythischen Gestalt unterstreicht die tiefgreifende kulturelle Bedeutung der Kelten – sowohl in der Realität als auch in der imaginierten Ursprungslegende.
Moderne Forschung
Die moderne Forschung zeigt, dass die Kelten nie ein einheitliches Volk waren, sondern eine Vielzahl von Stämmen mit gemeinsamer Sprache und Kultur. Ihre Spuren finden sich heute in Toponymen, archäologischen Funden und sogar im Neuen Testament – im Brief des Apostels Paulus an die Galater. Die Legende von Keltos / Galates bleibt bis heute ein lebendiger Teil der keltischen Identität, die sich aus der Mischung von historischer Wirklichkeit, sprachlicher Verbreitung und mythischer Erzählkraft gebildet hat.
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(Bildquelle: )
11. Februar 2026 | ID: 30709 | Artikel löschen
Holger FischerHolger Fischer
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