KI ist in den Unternehmen angekommen, doch bei der Governance besteht Nachholbedarf

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KI ist in den Unternehmen angekommen, doch bei der Governance besteht NachholbedarfZu diesem Ergebnis kommen die aktuelle Bitkom-Studie zum KI-Einsatz in deutschen Unternehmen und der „AI Governance Benchmark 2026“ des Handelsblatt Research Institute (HRI) in Zusammenarbeit mit Box.
Künstliche Intelligenz ist in der deutschen Wirtschaft angekommen. Doch während immer mehr Unternehmen KI einsetzen, bleiben große Teile des technologischen Potenzials ungenutzt. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Datensicherheit, Systemintegration und Governance. Das zeigen zwei aktuelle Untersuchungen des Digitalverbands Bitkom und des Handelsblatt Research Institute (HRI) in Zusammenarbeit mit Box.
Die Ergebnisse beider Untersuchungen verdeutlichen, dass die zentrale Herausforderung zunehmend weniger in der Einführung von KI liegt als in ihrer erfolgreichen, sicheren und kontrollierten Skalierung.

KI-Nutzung steigt rasant – Potenzial bleibt weitgehend ungenutzt

Laut Bitkom nutzen inzwischen 57 Prozent der deutschen Unternehmen KI, gegenüber 36 Prozent im Vorjahr und 20 Prozent vor zwei Jahren. Allerdings schöpfen 87 Prozent der KI-Anwender das Potenzial der Technologie nach eigener Einschätzung wenig oder überhaupt nicht aus. Dabei berichten bereits 66 Prozent von einer verbesserten Wettbewerbsposition.
Auch der AI Governance Benchmark 2026 bestätigt die zunehmende Verankerung von KI im Unternehmensalltag. Rund 80 Prozent der befragten Großunternehmen setzen KI bereits produktiv ein. Unternehmen mit höherem KI-Reifegrad erzielen dabei häufiger messbare Mehrwerte.

Daten und Integration als zentrale Herausforderungen

Beide Studien verdeutlichen, dass der erfolgreiche KI-Einsatz weit mehr erfordert als nur leistungsfähige KI-Modelle.
Laut Bitkom zählen die Aufbereitung von Daten (50 Prozent) und die Integration in bestehende Systeme (41 Prozent) neben Cloud-Infrastruktur und Rechenleistung (51 Prozent) zu den größten Kostenpunkten beim KI-Einsatz.
Auch der Box/HRI-Report identifiziert die Integration in bestehende Systeme und eine unzureichende IT-Infrastruktur mit jeweils 35 Prozent als die größten Herausforderungen beim Übergang vom Pilotprojekt zum produktiven KI-Einsatz.
Dabei gewinnen insbesondere unternehmenseigene Informationen an Bedeutung. 75 Prozent der im Box/HRI-Report Befragten halten den Zugriff auf Unternehmensdaten für wichtig oder sehr wichtig, um KI-Projekte zu skalieren. Bereits 53 Prozent geben an, dass interne Dokumente oder Inhalte in generative KI-Anwendungen eingegeben werden.

Governance gewinnt an Bedeutung, doch bei der Umsetzung bestehen Lücken

Neben den technischen Voraussetzungen rücken Sicherheit und Governance stärker in den Mittelpunkt. Laut Bitkom sehen 66 Prozent der KI-Anwender Datenschutzanforderungen als Hemmnis, 45 Prozent sorgen sich um den möglichen Abfluss von Unternehmensdaten.
Der Box/HRI-Report zeigt, dass die Bedeutung von Governance zwar erkannt wird, ihre praktische Umsetzung jedoch häufig hinter den Ansprüchen zurückbleibt. 79 Prozent der Befragten halten klare Governance für die weitere KI-Skalierung für wichtig oder sehr wichtig. Bereits 58 Prozent der Unternehmen verfügen über formale KI-Richtlinien, doch nur 31 Prozent wenden bestehende Richtlinien vollständig und konsequent im Arbeitsalltag an.
Besonders deutlich werden die Herausforderungen beim Thema Schatten-KI. 34 Prozent der Befragten berichten, dass Beschäftigte häufig nicht autorisierte generative KI-Tools nutzen, weitere 42 Prozent beobachten dies gelegentlich.

KI-Agenten erhöhen die Anforderungen an Sicherheit und Kontrolle

Mit der Verbreitung autonomer KI-Agenten dürften diese Herausforderungen weiter zunehmen. Laut Bitkom setzen bereits 11 Prozent der Unternehmen, die KI nutzen oder deren Einsatz planen beziehungsweise diskutieren, solche Agenten ein. Weitere 29 Prozent planen den Einsatz und 31 Prozent diskutieren ihn.
Der Box/HRI-Report verdeutlicht die damit verbundenen Anforderungen an Zugriffsrechte, Verantwortlichkeiten und die Nachvollziehbarkeit automatisierter Entscheidungen. Wenn KI-Systeme zunehmend eigenständig handeln und auf sensible Unternehmensinformationen zugreifen, werden verlässliche Daten und wirksame Governance-Strukturen umso wichtiger.


Methodik der Bitkom-Studie
Die Bitkom-Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland im Juli und August 2026.

Methodik des AI Governance Benchmark 2026
Der AI Governance Benchmark 2026 basiert auf einer Befragung von 300 Entscheiderinnen und Entscheidern aus Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten. Die Erhebung wurde im Juni 2026 gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut techconsult durchgeführt. Ergänzend zur quantitativen Befragung fließen vier vertiefende Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern von TÜV SÜD, der Hoffmann Group, dem KI-Bundesverband und DvH in die Studie ein. Sie ordnen die Ergebnisse aus der Unternehmenspraxis ein und ergänzen die Befragungsdaten um unterschiedliche Perspektiven auf den Einsatz und die Governance von KI.

(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.) (Bildquelle: )

03. November 2026 | ID: 36774 | Artikel löschen
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