KI wird zum Führungsthema, doch die Governance bleibt häufig in der IT

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KI wird zum Führungsthema, doch die Governance bleibt häufig in der ITKI hat sich in Unternehmen schon lange von einer isolierten Technologie zu einer unternehmensweiten Steuerungsaufgabe entwickelt. Der AI Governance Benchmark 2026 von Box und dem Handelsblatt Research Institute zeigt jedoch, dass sich diese Entwicklung bislang nur bedingt in den Zuständigkeiten widerspiegelt. Bei 52 Prozent der befragten Unternehmen ist die IT in Entscheidungen über den KI-Einsatz eingebunden, während Geschäftsführung oder Vorstand lediglich bei 30 Prozent beteiligt sind.

Bei der KI-Governance setzt sich dieses Bild fort. In 44 Prozent der Unternehmen liegt die primäre Verantwortung bei der IT. Ein Head of AI, Chief AI Officer oder eine vergleichbare Rolle ist bei elf Prozent verantwortlich, der Vorstand bei zehn Prozent. Nur drei Prozent geben an, dass mehrere Unternehmensfunktionen gemeinsam für KI-Governance hauptverantwortlich sind. Eine zentrale Rolle für die KI-Steuerung haben bislang nur 40 Prozent der Unternehmen etabliert.

Angesichts dieser Datenlage wirft der Report die Frage auf, wie stark KI bereits als unternehmensweite Führungsaufgabe und nicht lediglich als ein Thema verstanden wird, das in ein einzelnes Department ausgelagert werden kann.

Governance-Strukturen bleiben hinter wachsenden Anforderungen zurück

KI-Governance umfasst komplexe Zusammenhänge, die deutlich über die reine technische Implementierung hinausgehen. Datenschutz sowie regulatorische und sicherheitsrelevante Anforderungen müssen ebenso berücksichtigt werden wie die spezifischen Bedingungen der jeweiligen Geschäftsbereiche.

Der Benchmark zeigt hier eine auffällige Diskrepanz. Nur 18 Prozent der Befragten sehen fehlende Governance-Strukturen als größere Hürde bei der KI-Skalierung. Gleichzeitig nennen 42 Prozent Datenschutzverletzungen und 41 Prozent Sicherheits- und Cyberrisiken als zentrale Risiken beim Einsatz von KI. Beide Risikofelder hängen unmittelbar damit zusammen, wer auf welche Unternehmensinformationen zugreifen darf und wie diese Zugriffe kontrolliert werden. Damit handelt es sich um eindeutige Governance-Themen, die auf Unternehmensebene adressiert werden müssen.

Unternehmensweite Regeln brauchen eine gemeinsame technische Grundlage

Damit Governance diesen wachsenden Anforderungen gerecht werden kann, braucht sie auch auf technischer Ebene eine einheitliche Basis. Werden Zugriffsregeln für jedes KI-Tool oder jeden Fachbereich separat umgesetzt, steigt mit der Zahl der Anwendungen der Aufwand, Richtlinien konsistent durchzusetzen, während zugleich die Chancen auf eine einheitliche Umsetzung sinken.

„Viele Unternehmen unterschätzen noch immer die Bedeutung einer einheitlichen Governance. Um eine unkontrollierte Ausbreitung von KI-Anwendungen zu vermeiden, müssen Sicherheits- und Zugriffskontrollen den Unternehmensinhalten überallhin folgen, unabhängig davon, welches Tool oder welche Anwendung genutzt wird. Indem Unternehmen diese grundlegenden Regeln etablieren, können sie Insellösungen vermeiden und ihre Teams in die Lage versetzen, KI mit größerem Vertrauen einzusetzen“ sagt Michael Pietsch, Vice President DACH und Osteuropa bei Box.

Sensible Dokumente lassen sich bei Box klassifizieren und mit konkreten Schutzregeln versehen, etwa einer Downloadsperre für bestimmte angebundene Anwendungen. Dadurch können gemeinsam definierte Vorgaben von IT, Security, Legal und den Fachbereichen zentral auf der Content-Ebene abgebildet werden.

KI-Governance muss unternehmensweit gedacht werden

Der Benchmark verdeutlicht eine zentrale Aufgabe für die nächste Phase der KI-Einführung. Unternehmen müssen die Verantwortung für KI über die IT hinaus definieren und zugleich sicherstellen, dass gemeinsam festgelegte Regeln auch über unterschiedliche Anwendungen hinweg durchgesetzt werden können.


Methodik des AI Governance Benchmark 2026
Der AI Governance Benchmark 2026 basiert auf einer Befragung von 300 Entscheiderinnen und Entscheidern aus Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten. Die Erhebung wurde im Juni 2026 gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut techconsult durchgeführt. Ergänzend zur quantitativen Befragung fließen vier vertiefende Interviews mit Vertreter:innen von TÜV SÜD, der Hoffmann Group, dem KI-Bundesverband und DvH in die Studie ein. Sie ordnen die Ergebnisse aus der Unternehmenspraxis ein und ergänzen die Befragungsdaten um unterschiedliche Perspektiven auf den Einsatz und die Governance von KI.

(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.) (Bildquelle: )

13. Oktober 2026 | ID: 36237 | Artikel löschen
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