Server-Log-Monitoring: wie man Logs wirklich versteht

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Server-Log-Monitoring: wie man Logs wirklich verstehtViele IT-Administratoren kennen die Situation: Um 3 Uhr morgens tritt ein kritisches Problem im Netzwerk auf. Dutzende Tabs mit Server-Logdaten sind geöffnet, tausende Zeitstempel-Einträge werden gescannt auf der Suche nach einer Erklärung für den Ausfall. Server-Logdateien sollen unser Leben eigentlich einfacher machen - nicht komplizierter. Ohne ein strukturiertes Log-Monitoring werden sie jedoch schnell zu unübersichtlichem Datenrauschen. Ein durchdachtes Echtzeit-Monitoring von Logs ist daher entscheidend, um Ausfälle schnell zu analysieren und gezielt zu beheben.

Kommentar von Theresa Lettenmeier, Sales Manager New Business bei Paessler

Log-Daten entstehen überall, ihre Quellen sind vielfältig: Windows-Server erzeugen Event-Logs, Linux-Systeme schreiben Syslog-Meldungen, Applikationen nutzen individuell festgelegte Log-Formate. Hinzu kommen Netzwerkgeräte wie Firewalls und Switches, die ebenfalls Logs ausgeben. Cloud-Plattformen wie AWS, Azure oder Google haben wiederum ganz eigene Methoden zur Protokollierung.

Die Vielfalt an unterschiedlichen Logs kann schnell überwältigend werden. Mit ganzheitlichem Server-Log-Monitoring behalten Sie jedoch den Überblick. Log-Monitoring bedeutet, Logs aus unterschiedlichen Systemen zu erfassen, verstreute Information in ein lesbares Format zu bringen und als einheitliches Gesamtbild darzustellen. Entscheidend ist außerdem, Fehlalarme zu vermeiden - Benachrichtigungen sollten nur dann erfolgen, wenn auch wirklich Handlungsbedarf besteht.

Die Grundlagen des Log-Monitorings

Mit einer richtig implementierten Log-Monitoring-Lösung müssen Administratoren kein Experte für das Management von Logs sein. Es hilft jedoch, die Möglichkeiten und grundlegenden Funktionen zu kennen.

Log Ingestion: Alles beginnt mit der Erfassung der Logs aus unterschiedlichen Quellen. Eine Monitoring-Lösung sollte unter anderem ermöglichen:
- Sammlung von Syslog von Netzwerkgeräten, Firewalls und Linux-Servern;
- zentrale Überwachung von lokalen Ereignisprotokollen bei mehreren Windows-Servern;
- Auswertung von individuellen, applikationsspezifischen Logformaten;
- direkte Überwachung einzelner Logdateien auf Performance-Werte oder anwendungsspezifische Ereignisse.

Parsing und Korrelation: Rohdaten aus Logs sind oft unübersichtlich, zudem nutzt jedes System ein eigenes Format. Relevante Informationen wie IP-Adressen, Benutzernamen, Fehlercodes und Zeitstempel müssen extrahiert und vereinheitlicht werden. Erst dann können Ereignisse systemübergreifend verglichen werden. In dieser Phase zeigen sich Muster wie
- fehlgeschlagene Login-Versuche von einer IP-Adresse;
- gleichzeitige Engpässe auf mehreren Applikationsservern;
- zusammenhängende Sicherheitsereignisse und Konfigurationsänderungen.

Aggregation: Mit Aggregation bleibt die Menge an unterschiedlichen Logs beherrschbar. Niemand möchte für jeden einzelnen Logeintrag alarmiert werden. Stattdessen werden zusammengehörige Einträge gruppiert. Dabei sollten Sie auf folgende Punkte achten:
- Erfassen Sie Muster statt einzelner Ereignisse, zum Beispiel 500 fehlgeschlagene Logins in fünf Minuten statt jeden einzelnen Versuch.
- Komprimieren oder archivieren Sie ältere Logs, aktuelle Logs sollten leicht zugänglich bleiben.
- Definieren Sie sinnvolle Schwellenwerte, damit nur wirklich relevante Ereignisse gemeldet werden.

Visualisierung und Dashboards: Mit übersichtlichen Dashboards werden Log-Daten nutzbar, Echtzeit-Dashboards liefern einen Überblick über den aktuellen Zustand der Infrastruktur. Bei Problemen können Sie gezielt in einzelne Log-Einträge eintauchen, nach Schweregrad oder Quelle filtern und die Ursache eingrenzen. Neben vorkonfigurierten Dashboards sind für ein ganzheitliches Bild auch individuelle Ansichten nützlich, um Log-Daten mit Performance-Metriken zu kombinieren.

Wie Log-Monitoring den Arbeitsalltag erleichtert

Echtzeit-Monitoring von Logs stärkt die Cybersecurity erheblich und hilft bei der Erkennung von Sicherheitsbedrohungen. Firewall-Logs, Authentifizierungsdaten und Zugriffsinformationen zeigen, wer versucht, auf Systeme zuzugreifen - und ob es gelingt. Besonders entscheidend ist hier die Korrelation der Ereignisse in Echtzeit: Brute-Force-Angriffe, Logins aus ungewöhnlichen Regionen oder laterale Bewegungen im Netzwerk lassen sich frühzeitig erkennen, indem Sensoren die Logs aus Firewall und Security-Anwendungen sowie von Windows Security Audits auswerten. Mit richtig eingerichteten Schwellenwerten für fehlgeschlagene Anmeldeversuche werden Administratoren informiert, bevor ein Angriff erfolgreich ist.

Auch für die Performance-Optimierung von Anwendungen ist die Auswertung von Logs unverzichtbar. Administratoren müssen wissen, ob das Problem in einer langsamen Datenbank-Anfrage, einem Memory Leak in der Anwendung oder einer Netzwerklatenz zwischen unterschiedlichen Diensten liegt. Sensoren von Monitoring-Tools können die tatsächlichen Dateien von Anwendungsprotokollen überwachen, um Fehler während der Ausführung zu erkennen. Zentralisiertes Log-Monitoring unterstützt außerdem bei der Überwachung von Infrastrukturen und dem Troubleshooting.

Aufbau eines skalierbaren Workflows

Klar ist: Nicht alles soll und kann permanent überwacht werden. Die Log-Mengen moderner IT-Infrastrukturen sind enorm, eine strategische Auswahl ist unerlässlich. Identifizieren Sie dafür zunächst kritische Systeme und priorisieren Sie dann sicherheitsrelevante Bereiche. Definieren Sie außerdem Echtzeit-Alarme für wichtige Ereignisse und fassen Sie weniger kritische Logs in Berichten zusammen. Auch das Speichern von Logs spielt eine Rolle: detaillierte Logs für 30 Tage, Zusammenfassungen für 90 Tage, sicherheitsrelevante Daten darüber hinaus - abhängig von Compliance-Anforderungen und Budget. Automatisierung ist Pflicht, manuelle Log-Analyse ist angesichts der schieren Menge an Daten zu aufwendig. Filter, Korrelationen und Dashboards nehmen hier den größten Teil der Arbeit.

Fazit

Server-Log-Monitoring verwandelt eine unüberschaubare Datenflut in verwertbare Informationen. Logs liefern alle notwendigen Hinweise, um Störungen schnell zu analysieren, Sicherheitsvorfälle frühzeitig zu erkennen und die Performance von Anwendungen gezielt zu optimieren. Ein durchdachtes Log-Monitoring setzt auf zentrale Erfassung, intelligente Korrelation, sinnvolle Aggregation und übersichtliche Visualisierung. Wer strategisch vorgeht, kritische Systeme priorisiert und auf Automatisierung setzt, schafft die Grundlage für einen stabilen, sicheren und leistungsfähigen IT-Betrieb.

(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.) (Bildquelle: )

19. Februar 2026 | ID: 30904 | Artikel löschen
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