
Warme Frühlingstage locken nicht nur Menschen in den Garten. Auch Wespen und Hornissen sind unterwegs und suchen geschützte Plätzchen für ihr neues Zuhause. Wer früh hinschaut und potenzielle Bauplätze beseitigt, kann sich einigen Ärger ersparen.
Wo bauen die eigentlich?
Wespen bevorzugen geschützte Hohlräume mit wenig Zugluft. Beispiele sind Rollladenkästen, Dachüberstände, Fassadenverkleidungen, Gartenhäuser, Terrassendielen oder Garagen. Hornissen mögen es besonders ruhig und dunkel, Dachböden, Scheunen und alte Baumhöhlen sind ihre bevorzugten Standorte. Frühling und Frühsommer sind die entscheidenden Wochen der Nestgründung.
So erkenne ich ein frisches Nest
Ein junges Nest ist überraschend unscheinbar. Das Baumaterial besteht aus zerkautem Holz und hat eine graubraune Papieroptik, anfangs ist die Wabe kaum größer als ein Golfball. Verdächtig wird es, wenn der Flugverkehr aus einem bestimmten Spalt oder Loch spürbar zunimmt oder summende und brummende Geräusche aus Hohlräumen hinter Rollladenkästen, im Dach oder in der Wand zu hören sind. Wer auf diese Zeichen aufmerksam wird, sollte schnell reagieren. In dieser Phase ist das Nest noch klein, die Kolonie überschaubar und eine professionelle Umsiedlung vergleichsweise unkompliziert. Übrigens: "Wer einen Haus- und Wohnungsschutzbrief hat, für den bezahlt die Versicherung in den meisten Fällen die Entfernung des Nests, zum Beispiel durch einen Kammerjäger", so ERGO Expertin Janna Poll.
Vorbeugen ist besser als umsiedeln
Der beste Schutz ist, potenzielle Nistplätze gar nicht erst zugänglich zu machen. "Ritzen und Spalten an Fassaden, Rollladenkästen und Dachüberständen lassen sich mit handelsüblichem Dichtungsschaum oder Silikon schließen", rät die ERGO Expertin. Dachfenster, Kellerschächte und Lüftungsöffnungen sichert man am besten mit engmaschigen Insektennetzen. Rollladenkästen sollten regelmäßig gewartet werden, da sie zu den häufigsten Einfallstoren zählen. Leere Vogelnistkästen ziehen Wespen besonders an. Ein kurzer Kontrollblick im Frühjahr lohnt sich daher. Wer außerdem süße Lebensmittel, offene Mülleimer und Tierfutter konsequent verschließt, reduziert den Anreiz für Wespen, sich in unmittelbarer Nähe des Hauses anzusiedeln.
Achtung: Die Rechtslage im Blick haben
Der Griff zum Besenstil mag verlockend sein, ist aber verboten. Denn Wespen und Hornissen stehen unter Naturschutz. Nester dürfen grundsätzlich nicht zerstört werden, unabhängig von der Jahreszeit. Wer ein Nest entfernen oder umsiedeln lassen möchte, braucht in der Regel eine behördliche Ausnahmegenehmigung. Zuständig ist das örtliche Naturschutzamt oder die untere Naturschutzbehörde.
Checkliste: Wespensaison-Check für Haus und Garten
- Rollladenkästen, Fassadenritzen und Dachüberstände auf Spalten prüfen und abdichten.
- Lüftungsöffnungen und Kellerschächte mit Insektennetz sichern.
- Dachboden, Schuppen und Gartenhäuser auf Nestansätze kontrollieren.
- Vogelnistkästen inspizieren.
- Flugverhalten beobachten: Kreisen Wespen immer wieder an derselben Stelle?
- Verdacht auf Nest? Naturschutzbehörde oder Kammerjäger kontaktieren, nicht selbst entfernen.
- Lebensmittel, Mülleimer und Tierfutter wespensicher aufbewahren.
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(Bildquelle: ERGO Group/Canva)
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11. Mai 2026 | ID: 32907 | Artikel löschen
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