Gattung der Fleckenbienen (Thyreus)
Die Gattung der Fleckenbienen (Thyreus) steht nicht nur für eine bemerkenswerte biologische Spezialisierung, sondern auch für eine faszinierende Verbindung zwischen antiker Mythologie und moderner Naturwissenschaft. Benannt wurden diese Bienen nach Thyreus, einem der sieben Söhne von Althaia und Oineus in der griechischen Mythologie. Diese Verbindung verleiht den Insekten nicht nur einen kulturellen Hintergrund, sondern unterstreicht auch ihre besondere Stellung in der Natur.
Kuckucksbienen
Fleckenbienen sind Kuckucksbienen und damit Brutschmarotzer, die ihre Eier in die Nester anderer Bienenarten legen – vor allem in die von Pelzbienen (Anthophora). Ihre Larven entwickeln sich parasitär, indem sie die Nahrung der Wirtslarven aufessen. Die erwachsenen Tiere erreichen eine Körperlänge von 7 bis 15 Millimetern und sind durch ihren tief schwarzen Körper mit auffälligen weißen Haarflecken an Kopf, Brust, Hinterleib und Beinen charakterisiert. Sie ähneln stark den Trauerbienen (Melecta), unterscheiden sich jedoch durch ein typisches, flaches und weit nach hinten ragendes Schildchen (Scutellum), das mittig tief ausgeschnitten und weiß behaart ist.
Mitteleuropa
In Mitteleuropa sind nur wenige Arten heimisch – darunter Thyreus orbatus, die Schwarzgesichtige Fleckenbiene, die in Deutschland als stark gefährdet gilt und nur sehr zerstreut vorkommt. Die Art fliegt von Juli bis August, bevorzugt Lehmwände und Mauern, an denen sie sich zum Übernachten mit ihren Kieferzangen festklammern. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Nordafrika über Südeuropa bis nach Australien und den Salomonen.
Erhaltung der Fleckenbienen
Die Erhaltung der Fleckenbienen hängt direkt von der Erhaltung ihrer Wirtsarten ab. Besonders bedroht ist Thyreus histrionicus, die sogenannte Große Fleckenbiene, die in der Roten Liste als ausgestorben oder verschollen gilt – obwohl sie in jüngster Zeit in östlichen Bundesländern wieder beobachtet wurde. Ihre Wirtsbiene, Anthophora quadrifasciata, ist ebenfalls in Kategorie 1 gelistet.
Schutzmaßnahmen
Die Schutzmaßnahmen für Fleckenbienen sind daher indirekt: Erhaltung von Nistgelegenheiten für Pelzbienen, wie Sand- und Lehmgruben, Trockenmauern und Parks, sowie der Schutz von Blütenpflanzen, die als Nektarquellen dienen. Denn wie alle Wildbienen sind auch Fleckenbienen polylektisch – sie sammeln Pollen von vielen Pflanzenfamilien und spielen so eine wichtige Rolle in der Bestäubung.
Fazit
Die Geschichte der Fleckenbienen ist eine eindrucksvolle Mischung aus Mythos und Ökologie. Von der
griechischen Gestalt Thyreus >> inspiriert, sind sie heute eine Warnung vor dem Verlust der biologischen Vielfalt – und ein dringender Aufruf, die Natur zu schützen, bevor es zu spät ist.
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(Bildquelle: )
01. Februar 2026 | ID: 30426 | Artikel löschen
Holger FischerHolger Fischer
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