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Taxis wollen mit Strom fahren - Unternehmer fordern mehr technische Innovationen

18. Mai 2016 | ID: 96070

Taxis wollen mit Strom fahren - Unternehmer fordern mehr technische InnovationenLeipzig, 18. Mai 2016. Rund 4.000 Euro Prämie beim Kauf eines Elektroautos und 3.000 Euro für einen Wagen mit Hybridantrieb - ist dies genug Anreiz für Taxiunternehmer umzusatteln? Laut Hermann Waldner, Geschäftsführer von Taxi Berlin, hat in der Branche schon lange ein Umdenken stattgefunden: "In unserem europäischen Netzwerk taxi.eu erleben wir schon seit einiger Zeit einen Durchbruch von Eco-Taxis, ob in Wien, Amsterdam oder Paris. Auch in Berlin forcieren wir diesen Schritt seit vielen Jahren", erklärt Waldner am Rande des International Transport Forum in Leipzig.

Allein in Deutschland sind über 50.000 Taxis unterwegs. Noch prägen nach wie vor Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren der Marken Mercedes Benz und Volkswagen das Bild der Branche. "Immer mehr Unternehmer wollen gern auf Elektro- und Hybrid-Motoren setzen", weiß Hermann Waldner. Mit Taxi Berlin betreibt Waldner in Berlin eine der größten Taxizentralen Europas. Von den rund 8.000 Berliner Taxis würden mittlerweile über 1.600 mit Hybridantrieb fahren. Bei jedem 80. Hybridauto, das in Deutschland unterwegs ist, handelt es sich demnach um ein Berliner Taxi - in den meisten Fällen der Marke Toyota Prius. "Hier haben die Japaner die Nase vorn", sagt Hermann Waldner. Anders sehe es aus, wenn es um adäquate Fahrzeuge mit Elektroantrieb ginge. Hier gebe der Markt so gut wie gar nichts her. Die meisten Modelle eignen sich schon wegen der geringen Größe nicht für den Taxibetrieb.

Hindernis Infrastruktur: Mit Bedenken sieht Waldners Branche die Investitionen in Ladestationen, um für den nötigen Saft bei Elektrotaxis zu sorgen. "Auf der einen Seite gibt die Bundesregierung 1,2 Milliarden Euro aus, um mit der Prämie den Kauf von Elektroautos anzukurbeln. Lediglich 300 Millionen Euro sind für den Ausbau von Ladestationen gedacht." Rund 15.000 Ladestationen können davon bundesweit gebaut werden. Ein flächendeckendes Netz werde auf diese Weise wohl nicht umgesetzt, so Waldner. Allein schon aus diesem Grund könne ein Taxiunternehmer nicht auf ein Elektroauto setzen.

Unterstützt werden die Taxizentralen vom Deutschen Mietwagen- und Taxiverband BZP: "Wir wissen, wie sich künftig der Verkehr in Ballungsräumen weltweit gestalten wird und begrüßen daher die länder- und sogar kontinentübergreifende taxis4smartcities-Kooperation sehr! Der BZP ist Pionier bei umweltfreundlichen Taxiantrieben. Vor rund zwei Jahrzehnten haben wir mit der Einführung und Förderung des Bio-Diesels im Taxiantrieb die ersten Schritte auf dem Weg dahin unternommen und begleiten seitdem jede sinnvolle Initiative, die zu einer besseren Umweltverträglichkeit des Taxiverkehrs beiträgt", erklärt Thomas Grätz, Geschäftsführer des BZP.

Damit trotz alledem der Einstieg in die Elektromobilität in Zukunft gelingt, hat sich Hermann Waldner jetzt mit Taxiunternehmen weltweit zusammengetan. taxis4smartcities heißt die Kooperation zwischen 20 Taxizentralen aus Europa und Nordamerika. Das Projekt wird vom französischen Umweltministerium unterstützt und ist Bestandteil der Umweltinitiativen des Weltklimagipfels COP21 in Paris.


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SchlagwörterElektromobilität Taxi Taxi Berlin Hybridantrieb
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