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LOVE-Storm - Neue Internetplattform gegen Hass im Netz

04. September 2018 | ID: 155541

LOVE-Storm - Neue Internetplattform gegen Hass im Netzfür massenhafte Zivilcourage im Netz

(Berlin & Lüchow) Ein Start-Up aus der Friedensbewegung will Zivilcourage ins Netz bringen. Die neue LOVE-Storm-Internetplattform plant hunderte Trainings, in denen Betroffene und Interessierte lernen, Hassangriffe im Netz zu stoppen. Der Clou: Stoßen Trainierte auf Hasskommentare oder werden selbst angegriffen, können sie sich gegenseitig und andere LOVE-Stormer*innen zur Hilfe rufen. Eine Community entsteht, in der niemand mehr alleine auf Hass und Hetze reagieren muss.
Am 12. September launcht die Plattform mit einer Eröffnungsfeier in Berlin. Auf dem Eröffnungspodium sprechen der SPD Bundestagsabgeordnete Dr. Karamba Diaby und die Journalistin Gilda Sahebi. Neben LOVE-Storm stellen sich weitere Initiativen gegen Hass im Netz vor, vom Jüdischen Forum bis jugendschutz.net. (www.love-storm.de/launchparty)
LOVE-Storm Gründer Björn Kunter hatte als Zivilcouragetrainer in den neunziger Jahren miterlebt, wie die Idee von Zivilcourage entstand und so schnell verbreitete, dass sie entscheidend dazu beitrug, die damalige Welle rechtsextremer Pogrome zu beenden. "Als ich dann selber Opfer eines kleinen Shit-storms wurde und später beobachten musste, wie sich eine neue Welle von Hasskommentaren gegen Geflüchtete richtete, begann ich LOVE-Storm zu entwickeln" so Kunter weiter.
"No Go Areas" oder Angsträume gibt es nicht nur in Chemnitz, sondern auch im Netz. In vielen Foren können sich etwa Frauen, farbige Menschen, Transleute, Menschen mit Behinderungen nicht offen zu erkennen geben, ohne Gefahr zu laufen angefeindet zu werden. "Lösch Dich" ist oft nur die eindeutigste aber bei weitem nicht drastischste Forderung, denen Menschen ausgesetzt sind, die es wagen anders zu sein oder eine andere Meinung vertreten.
Das Problem sind jedoch nicht nur die Angreifenden, sondern vor allem die Menschen, die wegschauen und somit helfen den Hass zu legitimieren und groß werden lassen. Hier setzt LOVE-Storm an: In Trainings üben Interessierte, die Schwelle des Eingreifens zu überwinden. Sie lernen Angegriffene zu stärken, Zuschauende zu mobilisieren und den Angreifenden gewaltfrei klare Grenzen zu setzen.
Bis Ende des Jahres will LOVE-Storm 500, im nächsten Jahr dann tausende Menschen trainieren. Damit sich Zivilcourage im Netz aber wirklich massenhaft verbreiten kann, sucht LOVE-Storm jetzt bundesweit nach Bildungsträgern, die sich zertifizieren lassen, um die Plattform in ihre eigene Bildungsarbeit zu integrieren. Björn Kunter stellt klar: "Wir wollen nicht das nächste #ichbinhier oder Reconquista Internet werden. Wir sehen LOVE-Storm als Plattform auf der hunderte unterschiedlichste Initiativen, Organisationen und Gruppen - vom Schulprojekt über die Flüchtlingsinitiative bis zur Kirchengemeinde - lernen sich zu organisieren und ihr kleines Stückchen Internet vom Hass befreien können."
LOVE-Storm wird gefördert durch das Programm "Demokratie leben!" des Bundesfamilienministeriums und "Aktion Mensch".

LOVE-Storm ist ein Projekt des Bund für Soziale Verteidigung e.V. Der Fachverband der Friedensbewegung hat in den neunziger Jahren als einer der ersten gewaltfreie Schutzkonzepte für Geflüchtete und Aktive gegen die damalige Welle rechtsextremer Pogrome entwickelt.

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